Modellverzeichnis

Bogendeckung GDF Typ AU-19 im Maßstab 1:72

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Mit der Gestaltung dieser Seite, möchte ich einen weiteren Bogendeckungstypenbau (GDF) vorstellen, den ich aus dem GDF-Typ AU-16 bzw. AU-19 abgeleitet habe. Und welcher mit zu den Bogendeckungstypen gehörte, die mit der Truppeneinführung der MiG-29 und SU-27 auf sowjetischen Militärflugplätzen entstanden. Als Vorlage diente hier der ehemalige Militärflugplatz in Wittstock, der von der GSSD (Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland/16. Luftarmee) genutzt wurde.

Die zwei Startbilder sollen den Grundriß und die Vorderansicht skizzieren, wie sie im Buch "Rote Plätze" von den Autoren L. Freundt (Hrsg.) und St. Büttner dargestellt sind. 

GDFGDF

 

GDF-AU-19

Diese Generation von Bogendeckungen sollte in den 80ziger Jahren gebaut werden und war im unmittelbaren Zusammenhang mit der Truppeneinführung der SU-27 verbunden. Da sich die politischen Verhältnisse in den ehemaligen Staaten des Warschauer Vertrages veränderten und ein weiterer Ausbau wurde nicht mehr durchführbar. Ebenso gab es auch ökonomische wie auch ökologische Gründe dafür, diese großflächigen Bogendeckungen nicht mehr zu bauen. Für mich sind sie trotzdem interessant, da sie in vielfälltiger Form auf militärstrategische und ökonomische sowie auch ökologische Problemstellungen aufmerksam machen.

Modellbeschreibung

Das Diorama zeigt eine Bogendeckung (GDF - Geschlossene Deckung für Flugzeuge) der sowjetischen Luftstreitkräfte aus den 80ziger Jahren. Die GDF ist von mir aus der AU-19 (Bezeichnung aus dem Buch “Rote Plätze” Russische Militärflugplätze von Lutz Freundt und Stefan Büttner) abgeleitet worden. Das Modell orientiert sich am Maßstab 1:72 und gestattet es, Flugzeugmodelle in diesen Maßstab darzustellen. Die Idee zum Bau entstand 2012, nachdem ich bereits mehrere Dioramen mit Bogendeckungen unterschiedlichen Typs gebaut hatte. Die Grundflächenmaße des Diorama sind 1,46 m x 0,76 m und die des Modells 0,55 m x 0,64 m. Der Innenraum der GDF ist mit einer Grundfläche 26,5 cm x 40,05 cm ausgestattet worden und entspricht damit den Grundflächenmaß der AU-19 von 540 qm. Für die Gestaltung des Innenraumes orientierte ich mich an einem Vorbild auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Wittstock bei Neuruppin. Die Beschriftung und Bebilderung ist in russischer Sprache ausgeführt. Für die Beleuchtung sind zwei Lampenreihen mit jeweils 4 Lampenkörper montiert. Als Brand- und Explosionsschutz sind entsprechende Bildtafeln angebracht und Feuerlöscher positioniert.

Mit Bildtafeln für das Ingenieur-Technische Personal (ITP) ist die Innenausstattung von mir ergänzt worden. Der Bereich des Abgaskanals kann zum Innenbereich durch ein Stahlsblechtor verschlossen werden. Zum Außenbereich ist der Abgaskanal mit einem weiteren Stahlblechtor versehen und verschließbar. Der Abgaskanal ist nach rechts abgewinkelt. Für das Ingenieur-Technische Personal (ITP) sind gesonderte Arbeits- und Versorgungsräume an der rechten Seite der GDF gebaut. Im Bereich des Abgaskanals sind ebenfalls gesonderte Deckungsräume für das ITP integriert. (Sie sind leider am fertigen Modell nicht einsehbar.) Die Vorderfront ist entsprechend dem Musterbau nach gestaltet und fällt im Vergleich zu anderen GDF Typen etwas größer aus. Die Sichtschutz-Bemalung wurde von mir entworfen, da es kaum verwertbares Bildmaterial als Vorlage gibt. Am Giebel ist ein Scheinwerfer für die Beleuchtung des Vorplatzes installiert sowie eine rot farbende Sondersignalleuchte und eine Funkantenne. Die Tore sind nach sowjetischem Vorbild mit Symbolen versehen und beschriftet. Der linke Torflügel ist mit der Ziffer - 20 - versehen, die die Nummer der GDF ausweist.

Die Nummer am rechten Torflügel ist die taktische Nummer des abgestellten Flugzeuges. Zum besseren Stand der Tore, habe ich den linken Torflügel an der Stirnseite mit einer Überlappung versehen. Die Laufschienen sind ebenfalls an der Standsicherheit der Torflügel von mir ausgerichtet worden. Die Bogendeckung befindet sich von der Lage her in einem angrenzenden Waldbereich und ist mit einer kurzen Rollfläche an eine Ringrollbahn angeschlossen. Die Flugbetriebsflächen habe ich mit einer entsprechenden Befeuerung und Markierungen versehen. Die Torflügel werde ich noch mit Seilwinden ergänzen, die zum Öffnen und Verschließen dieser benutzt wurden. Die Bauzeit realisierte ich von Oktober 2012 bis Januar 2015. Längere Phasen der Unterbrechung begleiteten den Bau dieser Bogendeckung. Während dieser Zeit gelang es mir weitere Fachliteratur u. a. Publikationen zu erwerben. Einen Bauablauf habe ich dokumentiert und ich werde diesen unter der Rubrik "Bauabläufe" in den nächsten Tagen veröffentlichen. 

Bildergalerie der Bogendeckung GDF Typ AU-19

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DATEN und FAKTEN

Wie ich schon bei den anderen Dioramen erwähnte, wurden die Bogendeckungen (GDF / Geschlossene Deckung für Flugzeuge) verstärkt in den 70ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt und gebaut. Bei den Entwicklungen handelt es sich hauptsächlich um sowjetische Konstruktionen. Die baulichen Ausführungen der Bogendeckungen orientierten sich an den Flugzeugtypen, die in diesen untergebracht werden sollten. In den 60ziger und 70ziger Jahren waren Jagdflugzeuge mit deltaförmigen Tragflächen wie MiG-21 und SU-9 / SU-11 im Einsatz. Flugzeugtypen wie die SU-7, Jak-27 und Jak-28 waren in den Dezentralisierungsräumen teilweise in offenen und geschlossenen Deckungen für Flugzeuge abgestellt. Mit der fortschreitenden Entwicklung im Jagdflugzeugbau änderten sich auch die Anforderungen an die baulichen Ausführungen der Bogendeckungen. Für die ersten Generationen von Bogendeckungen, zu denen man die GDF AU-11 und GDF AU-13 zählen kann, erfolgte die industrielle Massenfertigung über Fertigbauelemente die vor Ort montiert wurden. Mit den Entwicklungen der GDF AU-16 wurden erstmalig andere Bauausführungen realisiert. Die auffälligste Version einer GDF AU-16 ist, die als trapezförmiger Baukörper gestaltete Bogendeckung. Diese Version gestattete eine gewisse Variabilität bei der Zuordnung der entsprechenden Flugzeugtypen.

Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wurde dieser Bogendeckungstyp vorrangig an den Stationierungsorten der MiG-25 gebaut. Die anderen Versionen der GDF AU-16 wiesen ebenfalls große Grundflächen aus und berücksichtigten den aktuellen Stand der im Einsatz befindlichen Flugzeugtechnik wie die MiG-23, MiG-27, SU-15, SU-22 und SU-24. Der spätere Einsatz der MiG-29 bei den sowjetischen Fliegerkräften der 16. Luftarmee in der ehemaligen DDR, konnte mit der GDF AU-16 noch abgedeckt werden. Die Entwicklung der SU-27 Familie aus dem OKB Suchoj und die der MiG-31 im OKB Mikojan-Gurewitsch veränderten die strategischen Überlegungen für die Front- und Armeefliegerkräfte bei den Luftstreitkräften der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages. Damit entstand auch ein vergrößerter Grundflächenbedarf bei den Bogendeckungen. Standen bei einer GDF AU-11 ca. 220 qm Stellfläche zur Verfügung, änderte sich diese bei der GDF AU-16 bereits auf ca. 450 - 470 qm und bei der GDF AU-19 sogar auf ca. 540 qm. Überlegungen, eine GDF für das Abstellen von 2 Flugzeugen zu nutzen, wurden verworfen, da das Anlassen der Triebwerke in der GDF immer nur für ein Flugzeug möglich gewesen wäre. Für einen Alarmstart aus der GDF heraus, also wenig praktikabel. Der Baukörper der GDF AU-19 unterschied sich in der äußeren Grundform nicht wesentlich von den bis dahin gebauten Bogendeckungen. Der Frontbereich mit den Toren wies eine gewisse Vergrößerung auf, die aber einem ungeübten Blick nicht gleich auffallen. Entscheidende Veränderungen gab es in der Gestaltung des Baukörpers mit seinem Stahlbeton-Skelett. Wie ich in der Vorankündigung zu dieser Seite bereits ausführte, fanden in den 80ziger Jahren auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine Dislozierung für den Bau der GDF AU-19 auf sowjetischen Militärflugplätzen statt.

Mit dieser Präsentation der Bogendeckung Typ GDF AU-19 ergab sich auch ein Kontakt zu den Autoren der Publikation  “Rote Plätze” Russische Militärflugplätze in Deutschland von 1945 - 1994 von Lutz Freundt und Stefan Büttner. Stefan Büttner verwies noch einmal auf die Tatsache, das dieser Bogendeckungstyp sich in der Dislozierung befand und ein Probebau auf dem Militärflugplatz in Wittstock begonnen wurde, der aber nicht mehr zum Abschluß gebracht worden ist. Für mich war der Ansatz und der Umstand interessant, diese Konzeption im Bereich des Modellbaus umzusetzen.

 

Öffentliche Präsentation Modellbauausstellung Bautzen März 2018

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Zusammenfassung

Die Bogendeckungen (GDF / Geschlossene Deckung für Flugzeuge) entstanden im Ergebnis des Kalten Krieges zwischen NATO und Warschauer Vertrag und dienten vorrangig als Schutzbauten für die Flugzeugtechnik. Der von Israel gegen seine arabischen Nachbarn geführte 6-Tage-Krieg 1967 wird in Publikationen wie “Rote Plätze” Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945 - 1994 von Lutz Freundt und Stefan Büttner gern als der Beginn der Einführung von GDF auf sowjetischen Militärflugplätzen genannt. Ergänzend muss hinzugefügt werden, dass die Luftbildaufklärung seitens der USA gegenüber der UdSSR mit ein Hauptargument dafür war, die am Boden befindliche Flugzeugtechnik den neugierigen Blicken Fremder zu entziehen. Beide Ansprüche - Schutz vor Waffeneinwirkung und vor gezielter Spionage - erfüllten die Bogendeckungen.

Ausnahmslos alle gebauten Bogendeckungen innerhalb der Warschauer Vertragsstaaten stammten aus sowjetischen Entwicklungsbüros. Die gebauten Bogendeckungen auf den Militärflugplätzen der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der Nationalen Volksarmee (NVA) auf dem Gebiet der ehemaligen DDR haben ihren Ursprung aus sowjetischen Entwicklungen. Sie wurden aber innerhalb der NVA neukonzipiert und in Eigenleistung hergestellt und gebaut. Dabei standen Fragen wie, Gewährleistung einer hohen Gefechts- und Einsatzbereitschaft der Flugzeugtechnik, technologisch verbesserte Arbeitsabläufe beim Ingenieur-Technischen-Personal (ITP), Arbeits- und Brandschutz sowie zur ökologischen Verträglichkeit im Mittelpunkt für die Funktion und Nutzung dieser Baukörper. Im o. g. Buch werden von den Autoren fünf Haupttypen von Bogendeckungen benannt. Dazu zählen:

- Die AU-11 mit ca. 220 qm Stellfläche (10,0 m x 20 m) für den Zeitraum 1967 - 70 für MiG-21 und MiG-23;

- Die AU-13 mit ca. 360 qm Stellfläche (12,8 m x 28 m) für den Zeitraum 1967 - 75 für SU-7, SU-17 und MiG-23/-27;

- Die AU-16 mit zwei unterschiedlichen Varianten / die erste Variante mit ca. 450 qm Stellfläche (16 m x 28 m) für den Zeitraum 1968 - 70 für Front- und Armeeflieger einschließlich Aufklärer wie z. B. MiG-25 und Jak-28 / der Baukörper ist trapezförmig ausgeführt;

- Die AU-16 als 2. Variante mit ca. 470 qm Stellfläche (15,8 m x 29,7 m) für den Zeitraum ab 1974 / Weiterbau ab 1987 für MiG-25 und MiG-29:

- Die AU-19 mit ca. 540 qm Stellfläche (18,6 m x 29 m) für den Zeitraum ab 1988 vorgesehen für alle Flugzeugtypen der Jagd-, Front- und Armeefliegerkräfte.

Auf den Militärflugplätzen der LSK/LV der NVA wurden die Bogendeckungen GDF-12 und GDF-16 gebaut. Der pioniertechnische Ausbau dieser Militärflugplätze erfolgte in den 70ziger Jahren. Dazu waren im Vorfeld durch Eigenleistung erbrachte neue Konstruktionsunterlagen erstellt worden, die sich an den sowjetischen Konstruktionen orientierten aber weiterführende bautechnische Veränderungen beinhalteten. So unter anderen die Funktionsweise und die ganze Versorgungslinie für diese Baukörper. (auf dem Militärflugplatz in Marxwalde des JG-8 wurde sogar ein Probebau errichtet) Die gebauten GDF-12 waren für die Flugzeugtypen MiG-21 vorgesehen und ausreichend. Mit der Einführung der Flugzeugtypen MiG-23, MiG-23BN, der SU-22 und der MiG-29 änderte sich das Anforderungsprofil, so dass die GDF-16 als Nachfolgetyp gebaut wurde. Alle Militärflugplätze der LSK/LV der NVA waren mit GDF in den Dezentralisierungsräumen ausgestattet. Teilweise bestand auch eine Mischung aus GDF und Splitterschutzbauten (ODF / offenen Deckungen für Flugzeuge) und waren in Staffelbereiche untergliedert. Die letzten größeren Bauaktivitäten erfolgten in den 80ziger Jahren mit der Erschließung und dem Bau des Flugplatzes in Laage bei Rostock. Die Realisierung dieser Bauaktivitäten für die GDF belasteten die Volkswirtschaft und die Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen der ehemaligen DDR beträchtlich.

Die DDR war flächenmäßig ein recht kleines Land. Auf ihrem Territorium befanden sich Militärflugplätze der GSSD / 16. Luftarmee (GSSD = Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland) und der LSK/LV (Luftstreitkräfte/Luftverteidigung) der NVA im nicht geringen Ausmaß. Ich verzichte hier auf eine konkrete Nennung einer Zahl. Aber ein Zahlenvergleich soll die Dimensionen verdeutlichen, von denen hier die Rede ist. Eine SLB - Start- und Landebahn - war in der Regel 2.400 m lang und 50 - 80 m breit. Um diese SLB herum gestalteten sich im Umkreis von 3 - 4 km alle Funktionsbauten und Einrichtungen für den Betrieb eines Flugplatzes. Nicht berücksichtigt sind dabei die genutzten Flächen der Funktechnik und der Luftverteidigung wie Fla-Raketen Stellungen. Die Bogendeckungen hatten einen durchschnittlichen Flächenbedarf von ca. 1.200 qm bis ca. 1.800 qm. Dazu kommt die strategische Komponente der dezentralisierten Unterbringung der Flugzeuge, die einen enormen Platzbedarf beanspruchte. Wenn ich oben von der Belastung der DDR Volkswirtschaft sprach, muss an dieser Stelle das beschlossene Wohnungsbauprogramm genannt werden, welches ebenfalls große Priorität hatte und das in der deutschen Geschichte seines Gleichen sucht.

Alle Prioritäten in der Bauindustrie waren auf die Realisierung dieses Wohnungsbauprogramms ausgerichtet. Der Entzug von land- und forstwirtschaftlicher Nutzfläche stellte Territorial immer ein Problem dar. Trotzdem hatte die Landwirtschaft in der ehemaligen DDR die Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsgütern des täglichen Grundbedarfes versorgt. In der Tierproduktion konnte sogar der Export ausgebaut werden. Hier war nicht nur die UdSSR Hauptabnehmer, sondern auch die BRD. Aus zuverlässiger Quelle weis ich, dass die BRD bestrebt war, ganze Jahresproduktionen aus der Tierproduktion aufzukaufen. Warum wohl??? Zurück zu den Dimensionen. Ökologisch stellten die Militärflugplätze und die genutzten Räume für den “scharfen Waffeneinsatz” eine Belastung für die Umwelt und Natur dar. Dies ist eine Tatsache und sollte auch nicht wegdiskutiert werden. Die ausgewiesenen Flugzonen und der Flugbetrieb selbst zogen Einschränkungen nach sich, so dass z. B. das Aufstellen von Windkraftanlagen oder der Ausbau des Stromverteilernetzes oberhalb der Erdoberfläche - wie heute betrieben - gar nicht möglich wären.

Volkswirtschaftlich gesehen wird im Nachhinein immer deutlicher, mit welch hohem Aufwand im Verteidigungshaushalt der sozialistischen Staaten finanzielle und materielle Mittel gebunden waren, die der gesellschaftlichen und privaten Konsumtion und damit der Bedürfnisbefriedigung der Menschen entzogen waren. Wäre die UdSSR und die DDR (sowie die anderen verbündeten Staaten) in der Lage gewesen, diese zusätzlichen Mittel für die Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau des gesellschaftlichen Konsums einzusetzen … es bleibt in diesen Moment eine hypothetische Fragestellung. Der US Präsident Ronald Reagan hatte in den 80ziger Jahren die Parole ausgegeben, man wolle den Sozialismus tot rüsten. Dazu wurden alle vorhandenen Potenzen und Mittel in der Entwicklung der Waffentechnologie eingesetzt. Ich erinnere in diesen Zusammenhang an das SDI-Programm der Amerikaner und an Aktivitäten seitens der NATO mit dem Doppelraketenbeschluss in Europa das Wettrüsten weiter zu forcieren und das vorhandene militär-strategische Gleichgewicht in Europa zu verändern. (Einige Besucher werden mich vielleicht hinsichtlich meiner Rethorik, als "ewig Gestrigen" bezeichnen. Selbst ein Gorbatschow mußte nach über 25 Jahren erkennen, dass sein gepriesenes "Neues Denken" weitlich von den USA und ihren Verbündeten ausgenutzt wurden, die Strategie des Rollback gegenüber der Sowjetunion mit einem Erfolg zu krönen.) Rückblickend betrachtet, war diese Zeitspanne auch eine interessante und lehrreiche Zeit.

Ich persönlich war immer begeistert, vor Flugzeugen (Militärflugzeuge) zu stehen, in ihnen zu sitzen oder die Geräuschkulisse der Triebwerke wahrzunehmen. Der heutige Umgang mit dieser geschichtsträchtigen Zeit stimmt mich auch immer wieder sehr nachdenklich. In einigen Regionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, stehen diese ehemaligen Schutzbauten in der Gegend herum und fristen ihr Dasein. Versuche und Bemühungen einiges davon im musealen Rahmen weiter zu nutzen, stehen einer gleichgültigen Haltung der heutigen Politik und Wirtschaft gegenüber. Da heute alles nur noch Geld kostet und sich nur übers Geld realisieren lässt, stehen Konzeptionen zu veränderten Nutzungsbedingungen kaum auf der Agenda. Dabei wäre ein gezielter Rückbau, unter Beachtung der von mir benannten Problemstellungen, eine sinnvolle Aktivität und zum Nutzen der ehemaligen Grundstückseigentümer. Der Flugplatz in Laage bei Rostock, bietet für mich aus der Luft ein etwas groteskes Bild. Auf der einen Seite, der von der Bundeswehr genutzte Bereich und auf der anderen, der Versuch einer zivilen Nutzung. Beides will nach meiner Auffassung nicht so richtig harmonisieren. Ich bin in der DDR zum politischen Denken erzogen worden und ich konnte mir in ihr eine solide Allgemeinbildung aneignen. Wenn ich über heutige Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung nachdenke, komme ich nicht an der fundamentalen Erkenntnis vorbei, die da heißt:" Die Natur kann ohne Menschen existieren und sie regeneriert sich auch nach schwersten Beschädigungen durch die Menschen. Aber der Mensch kann ohne die Natur nicht existieren". Er ist auf sie angewiesen.

Ebenso zeigt sich im täglichen Leben, dass es ein weiter so wie bisher nicht geben kann. Sollen also der Raubbau an der Natur und das unaufhaltsame Wachstum für einige wenige Menschen auf dieser Erde so weiter gehen??? Des weiteren stellt sich die Frage, brauchen wir weiterhin hochgerüstete Militärbündnisse wie z. B. die NATO und andere Allianzen sowie Geheimdienste, nach dem Ende des Kalten Krieges, für die Gestaltung einer friedlichen Zukunft??? Hier kann man mit ruhigem Gewissen (sofern man eines hat) die Fragen mit - Nein - beantworten. Ich betrachte mich nicht als Träumer oder Naivling. Und ich habe auch keine Illusionen im Kopf darüber, wenn es um die Fragen der weiteren Existenz der Menschheit geht. Das Lernen und der Erkenntnisgewinn darüber, dass wir als Menschen nur eine Zukunft haben werden, wenn es uns gelingt, nicht nur Tollerant, sondern vor allem mit Respekt und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen und Kulturen (einschließlich Religionen), verknüpft mit hohen moralischen Ansprüchen und Würde aufeinander zu zu gehen, wird nach meiner Auffassung darüber entscheiden, ob wir als Menschen im 21. Jahrhundert eine Zukunft haben werden.  

 

Quellen       "Rote Plätze" Russische Militärflugplätze / Deutschland 1945 - 1994  von Lutz Freundt und Stefan Büttner sowie                            

"Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung" Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR.  von Thomas Bußmann  

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