Bauablauf GDF Typ AU-19 im Maßstab 1:72

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GDF-AU-19

Die Idee zum Bau dieses Dioramas mit der sowjetischen Bogendeckung GDF AU-19 entstand, nach dem ich weitere umfangreiche Recherchen zu diesem Thema betrieben hatte. Beim Bau der anderen Dioramen mit den Bogendeckungen der Typen GDF-12 und GDF-16/Trapez entstanden bereits erste Konturen zum Bau und Überlegungen für die komplette Einbeziehung des Abgaskanales. Für die Recherche waren mir die Bücher   "Rote Plätze"   Russische Militärflugplätze Deutschland 1945 - 1994 von Lutz Freundt und Stefan Büttner,   "Fliegergeschichten"   Vom Start bis zur Landung / Tatsachen und Erlebnisse - aufgeschrieben von Angehörigen der Fliegerkräfte der NVA / vom Fliegerstammtisch-Strausberg,   "Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung"   Die militärisch genutzten Flugplätze der DDR von Thomas Bußmann und das Buch   "MiGs über Peenemünde"   Die Geschichte der NVA-Fliegertruppenteile auf Usedom / Jagdfliegergeschwader-9 "Heinrich Rau", Fliegertechnisches Bataillon-9 "Käthe Niederkirchner", Zieldarstellungskette-33, Funktechnisches Bataillon-33 von Manfred Kanetzki, von großem Wert. Weitere Publikationen wie das Buch   "Erlebtes und Geschaffenes"   Beiträge zur Geschichte der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee der DDR von einem Autorenkollektiv (ehemaliger Generale und Stabs-Offiziere der LSK/LV) herausgegeben sowie das Buch   "30 Jahre Starten und Landen"   Das Jagdfliegergeschwader-2 "Juri Gagarin" am Flugplatz Neubrandenburg / Trollenhagen von 1960 bis 1990 von den Autoren Gunter Harzbecher, Hans-Joachim Hardt und Karl-Heinz Hauschildt, sind von mir noch zu lesen und zu verarbeiten. Zahlreiche Besuche ehemaliger Militärflugplätze wie Werneuchen, Eberswalde-Finow, Brandt, Welzow, Peenemünde und Neuruppin/Wittstock ergänzten meine Nachforschungen. Hier muß ich noch einmal einen öffentlichen Dank an meine Familie richten, die mit ihrem Verständnis mich in meiner Arbeit unterstützt und Geduld gezeigt haben.

Der Bauablauf war nicht kompliziert. Er zog sich aber fast über 2 Jahre hin. Es gab mehrere Gründe und Phasen, die eine längere Unterbrechung des Bauablaufes zurfolge hatten. Diese möchte ich hier nicht weiter debattieren. Allein die Materialsammlung nahm etwas mehr Zeit in Anspruch, als von mir anfänglich gedacht. Im Oktober des Jahres 2012 fertigte ich die ersten Skizzen für die Vorder- und Rückseite der GDF AU-19. Anfänglich benutzte ich auch die Bezeichnungen Bogendeckung der Typen 3 und 4 sowie die Benennung dieser als 4. Generation. Ich mußte sehr schnell erkennen, das diese Begriffe oder Bezeichnungen nur zum anfänglichen behelf dienen konnten. Die o. g. Publikationen halfen dabei, die Bezeichnungen korrekt zu benennen. Außerdem gehört zu diesem GDF-Typ der Umstand, dass sie nicht in großen Stückzahlen wie bei den anderen GDFs gebaut worden sind. Mich reizte der Bau und die sich damit ergebende Möglichkeit, meine Suchoj-Modelle in einem anderen Ambiente darstellen zu können.

Der Bauablauf

1.  Abbildung (Abb.)

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Für jeden Modellbaufreund, der eine solche Bogendeckung bauen möchte, ist es wichtig, dass er von den Grundflächenmaßen des Innenbereiches ausgeht. Unabhängig davon in welchen Maßstab diese Bogendeckung gebaut werden soll. Die Gestaltung der Vorderansicht ist ebenfalls kein all zu großer Aufwand. Wichtig ist hier, das man von einer Vorlage ausgehen kann. Der Bogenradius ist ebenfalls abhängig vom Maßstab. Da ich mich für den Maßstab 1:72 entschieden hatte, mußte ich nur alle vorhandenen Originalmaße entsprechend umrechnen. Die Grundfläche hat die Maße 26,5 cm x 40,0 cm und der Bogenradius entspricht 13,25 cm. Die Größe meiner Betonbausteine habe ich mit den Maßen 8 mm x 35 mm festgelegt (entspricht ca. 0,55 m x 2,5 m). Aus diesen vorhandenen Maßen lassen sich dann die Vorderfront und die Rückwand des Innenbereiches skizzieren. Ich habe die Vorderfront und die Rückwand je 4x skizziert und ausgeschnitten. Die einzelnen Bauteile habe ich dann verleimt, so dass eine Vorder- und eine Rückseite entsteht, die eine Stärke von ca. 1,2 cm haben. Anschließend habe diese Bauteile mit den Betonbausteinen beklebt. Bei der Rückseite des Innenbereiches ist zu beachten, dass die Öffnung für den Abgaskanal gleich mit ausgeschnitten werden muß. In der Regel waren die Öffnungen zum Abgaskanal nicht zusätzlich verschließbar. Ich hatte mich dafür entschieden gehabt, eine zusätzliche Verschließbarkeit mit einzubauen. Dafür entwarf ich einfache Stahlblechtore, die in Laufschienen gelagert, seitlich verschiebbar sind.

Für den Bau der Tor gilt der gleiche Bauablauf wie bei der Vorder- und Rückwand. Begonnen wird mit dem Entwurf einer Grundfläche, die der Form und den Maßen des Originals entspricht. Ich habe mich konsequent an den vorliegenden Fotos orientiert. Um eine bessere Standfestigkeit zu erreichen, sollte beachtet werden, das die Anbauten für die Laufrollen im unteren Bereich der Tore so montiert werden, dass sie anschließend auch im 90 Grad Winkel stehen. Auf die besondere Hervorhebung des Stahlgerüstes habe ich dieses Mal bei den Torflügeln verzichtet. Fällt in der Optik auch nicht weiter auf. In den Konzeptionen zur baulichen Ausführung der Tore schien es unterschiedliche Lösungsvarianten gegeben zu haben. Eine davon sah vor, ein Stahlgerüst mit Metallplatten zu verschweißen und den Innenraum mit Sand aufzufüllen. Soweit ich aber bei noch vorhandenen Originalen sehen konnte, bestehen die Tor aus Metallgerüste die Fertigbetonteile zusammenhalten bzw. verbinden. Diese Lösungsvariante ist besonders gut bei der Bogendeckung GDF AU-16/Trapez erkennbar. Wie auf den oberen Fotos zu erkennen ist, habe ich die fertigen Rohlinge farblich behandelt und aushärten lassen.

2.  Abbildung (Abb.)   

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Zwischenzeitlich hatte ich meine Materialsammlung auf den erforderlichen Stand zum Weiterbau gebracht. Außerdem mußte ich über 40 Rohlinge als schmale Doppel-T-Träger anfertigen, die die Skelettstruktur für die Stahlbetonelemente im Innenbereich darstellen sollen. Diese Arbeiten realisierte ich Anfang 2014. Da der Innenbereich mit der Farbe - weiß - versehen werden sollte, empfahl es sich, diese Rohlinge auch gleich farblich zu behandeln. Nachdem ich die Grundplatte für das Diorama im Spätsommer zusammengebaut hatte, konnte der Weiterbau der Bogendeckung beginnen. Die Größe der Grundfläche 0,76 m x 1,46 m machte dann auch Probleme bei der Plazierung für und während des Bauablaufes. Da diese GDF mit kompletten Abgaskanal gebaut werden sollte, war die Platzgestaltung auf der Dioramenfläche auch relativ schnell geklärt. Viele Möglichkeiten oder Alternativen gab es nicht, da ich von der Überlegung ausging, die GDF mit einer kurzen Rollfläche und Anschluß an eine Ringrollbahn zu versehen. Wie auf den oberen Bildern bereits erkennbar wird, mußte ich für die Montage der Trägerkonstruktion einen Hilfsrahmen fertigen. Dieser Hilfsrahmen mußte die Vorder- und Rückseite mit der Grundfläche so verbinden, dass die Montage meiner Rohlinge problemlos erfolgen konnte, und nach der kompletten Montage als ein Bauteil wieder abgehoben werden konnte.

3.  Abbildung (Abb.)

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Mit dieser Bauphase sind die wesentlichsten Arbeitsschritte erfolgt. Nach Aushärtung des Baukörpers konnte die Gestaltung des Innenbereiches fast abgeschlossen werden. Jetzt hatte ich die Grundfläche farblich behandelt und die Markierungen für diese vorbereitet. Parallel zu diesen Arbeiten entwarf ich die Fassadengestaltung für den seitlichen Anbau der zusätzlichen Arbeitsräume bzw. die Grundfläche für den Abgaskanal. Zu den seitlichen Anbau ist zu bemerken, dass diese als reine Bunkerbauten konzipiert waren und die bauliche Ausführung bei den sowjetischen Streitkräften keiner standardisierten Vorgabe entsprachen. Hier wurde meist nach der Zweckmäßigkeit entschieden. Ähnliche Situationen gab es sicherlich auch beim pioniertechnischen Ausbau der von der NVA (Nationale Volksarmee) genutzten Militärflugplätze.

4.  Abbildung (Abb.)

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Mit diesen Bildern möchte ich Arbeitsschritte dokumentieren, die für die Gestaltung des Innenbereiches notwendig waren. Für die Schriftzüge "Nicht Rauchen und kein Feuer" sowie den Bildtafeln nutzte ich die PC-Technik. Die Schriftzüge sind in russischer Sprache (русский язык) gestaltet und für die Bildtafeln nutzte ich Abbildungen von Cockpits von der MiG-29 sowie der SU-27. Die Feuerlöscher und die Lampen habe ich nach vorliegenden Skizzen von der GDF AU-16/Trapez angefertigt. Die Beschriftung und Kennzeichnung der Tore war etwas aufwendiger zu realisieren. Für das ITP (Ingenieurtechnisches Personal) der sowjetischen/russischen Luftstreitkräfte gab es - ähnlich wie bei den Luftstreitkräften der NVA (Nationale Volksarmee) - ein Symbol bzw. Zeichen, dass auf die qualitative Betreuung der Flugzeug- und Anlagentechnik hinwies. Ergänzend muß erwähnt werden, dass die sowjetisch/russischen Luftstreitkräfte ein Zeichen in den 70er und 80er Jahren einführte, das an Flugzeugen und GDFs angebracht war. Es wird gegenwärtig immer noch an Flugzeugen geführt. Es handelt sich um die rote Flugzeugsilhouette mit einem Fünfeck als Grundfläche. Parallel mit diesen Arbeitsschritten realisierte ich den Entwurf und den Bau für den Scheinwerfer und der Sondersignalleuchte. Das Blechtor für den Außenbereich des Abgaskanals entwarf und baute ich als Flügeltor. Es besitzt einen separaten Zugang, da diese Türen als Zugang zu den GDF / Bogendeckungen genutzt wurden. Mit diesen Arbeitsschritten habe ich auch gleich meine Figuren / Personal (im Fachjargon auch gern als "schwarze Edelsteine" genannt) farblich etwas aufgearbeitet.

5.  Abbildung (Abb.)   

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Mit den in der Abbildung Nr. 5 gezeigten Bildern dokumentiere ich die Montage des Abgaskanals und der Arbeitsräume im Außenbereich. Im Abgaskanal befanden sich in der Regel Zugänge zu separaten Schutzräumen für das Personal. Der am Modell montierte Schutzraum war Standard. Weitere Schutzräume waren als Bunkerbauten konzipiert und so angelegt, dass sie vom Personal unkompliziert zu erreichen waren und entgegengesetzt zum Außentor positioniert wurden. Je nach Größe des Abgaskanals wurde eine Mittelwand erforderlich, um die Abströmung des Abgasstrahles des Flugzeuges ohne Verwirbelungen im Innenbereich zu gewährleisten. Da die Abgaskanäle so angelegt wurden, dass sie den Hauptwindrichtungen folgten, wurde die Abströmung des Abgasstrahles des Flugzeuges zusätzlich unterstützt.

6.  Abbildung (Abb.)

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Wie bereits auf den abgebildeten Bildern gut zu sehen ist, waren die abschließenden Arbeiten mit der Montage des Abgaskanals damit verbunden, dass ich Spanten entwarf, um den Baukörper seine entgültige Form zu geben. Dafür habe ich mir einen Spant als Schablone angefertigt, so dass der Bauablauf etwas leichter von der Hand ging. Nachdem ich alle Spanten positioniert hatte, versah ich diese mit Klebestreifen, um beim Verschließen des Baukörpers ausreichend Klebefläche verfügbar zu haben. Das Verschließen des Baukörpers war keine aufwendige Arbeit. Den verschlossenen Baukörper habe ich anschließend mit Kaltleim versiegelt und über 5 Tage aushärten lassen.

7.  Abbildung (Abb.) 

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Mit dieser Bauphase endeten alle wesentlichen Arbeiten im Außenbereich der Bogendeckung. Das Aufbringen des Grasmehles ist eine etwas aufwendige Arbeit, da überschüssiges Grasmehl abgesaugt werden muß und mögliche Lücken oder auch Kanten wieder ausgeglichen werden müssen. Bei der Gestaltung des Sichtschutzanstriches an der Vorderfront mit den Toren hatte ich eine längere Phase zum überlegen benötigt. Die hier präsentierte Variante hebt sich etwas ab im Vergleich zu den anderen von mir gebauten Bogendeckungen. 

8.  Abbildung  (Abb.)

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Für die abschließende Gestaltung des Dioramas, mußten noch einzelne Kleinarbeiten realisiert werden wie: die Montage der Rundumleuchte, des Scheinwerfers und der Funkantenne an der Vorderfront; die Anordnung von Baumgruppen; die Markierungen auf den Flugbetriebsflächen und die Befeuerung dieser. Für die Darstellung des Schließvorganges der Tore, habe ich die Überlegung, diesen mit entsprechendem Zubehör wie Seile und Umlenkrollen zu gestalten. Eine erste Probeaufnahme mit einer SU-27 machte auch gleich deutlich, es paßt alles gut zusammen aber der Nachteil, auf engem Raum im Innenbereich alles korrekt darstellen zu wollen, hatte weiterhin Gültigkeit. Es bedarf weiterhin viel Aufwand und Geduld, wenn man ein Flugzeugmodell im Innenbereich mit all seinen vielfältigen Arbeitsabläufen darstellen möchte. Dazu kommt, dass beim Ablichten der Modelle, die Ausleuchtung des Innenraumes die nächsten Fragen nach optimalen Lösungen aufwerfen.

 

 

GDF-AU-19

Berlin, März 2015

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