Bauablauf Umbau E-166

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Bauablauf eines umkonstruierten Kranich-Modellbogens - E-166

E-166

Wie ich bereits auf der Modellseite erwähnte, beschäftigte mich der Gedanke, aus den Kranich-Modellbogen mit dem Titel Abfangjäger Typ "E-166" eine echte E-166 zu bauen, bereits in den 60ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Leider verfügte ich damals noch nicht über die Möglichkeiten und Erfahrungen, aus einem bereits gebauten Kartonmodell eine neue Version zu kreieren. Zum anderen setzte sich auch die Erkenntnis durch, dieses Projekt mit einem kompletten Neubau zu realisieren. Also mit dem Nachzeichnen von Bauteilen und den entsprechenden Abänderungen, ein komplett neues Unikat entstehen zu lassen.

Ausgehend vom bereits genannten Kranichbausatz erstellte mir Karsten Lückemeyer aus Dessau, einen komplett nachgezeichneten und im Maßstab vergrößerten Bausatz. Die Bastelseiten sind in nachfolgenden Bildtafeln zu sehen.

Übersicht der nachgezeichneten Bastelseiten

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Meine Grundidee bestand darin, den Rumpf aus dem Bausatz komplett zu übernehmen und den Heckbereich entsprechend zu verändern. Die Rumpfteile mit den Nr. 1 bis 6 habe ich in der Nachzeichnung unverändert übernommen, obwohl die Taillierung der Rumpfmitte (Bauteile Nr.2 bis 6) eigentlich für eine E-166 Version zu eng ausgeführt ist. Die Taillierung der Rumpfmitte am Original fällt im Vergleich wesentlich geringer aus. Hier werde ich beim erneuten Nachzeichnen die Bauteile ab der Nr. 2 bis zur Nr. 6 entsprechend verändern. Selbst das Bauteil mit der Nr. 1 erwies sich nach der Montage der Luftansaugöffnung für das Triebwerk mit den Bauteilen Nr. 11 und 12 als zu lang. Das Bauteil mit der Nr. 1 kann um 12 mm verkürzt werden, und diese 12 mm sollten als zusätzlicher Ring im Heckbereich (im Bereich zwischen den Tragflächen und den Höhenrudern) mit eingearbeitet werden. Das Bauteil mit der Nr. 12 muß im Radius verändert werden, um auf einen größeren Durchmesser in der Ansaugöffnung zu kommen. Das Bauteil mit der Nr. 13 (Innenwand der Ansaugöffnung) muß um ca. 10 mm verbreitert bzw. eingepaßt werden. Den Diffusionswellendämpfer (die Bauteile mit der Nr. 14, 15, 16 und 17) habe ich komplett neu gezeichnet. In der Berechnung der Radien habe ich mich am Bauteil mit der Nr. 15 orientiert. Ab dem Rumpfteil (Bauteil mit der Nr. 6) müssen die Bauteile komplett neu gezeichnet werden. Ich hatte 4 Bauteile bis zur Schubdüse konzipiert. Wie bereits erwähnt, liegt man mit 5 Bauteilen näher am Original.    

Bildtafel - Entwürfe für Bauteile Rumpfheck

E-166

Bei der Gestaltung der Entwürfe spielte das Bauteil mit der Nr. 7 noch eine Rolle. Daher auch die Nummerierung der entworfenen Bauteile mit der Nr. 8. Der zusätzliche 12 mm breite Ring wie bereits oben erwähnt, sollte zwischen dem Bauteil mit der Nr. 6 und dem auf der Bildtafel als Bauteil mit der Nr. 8 ausgewiesen, erfolgen. Für das Schubrohr habe ich mir auch gleich die Lamellen gezeichnet, die ich am Bauteil mit der Nr. 8.4.  innen und außen aufgeleimt habe. Bei Modellen mit großen Schubdüsen sollte man mit zusätzlichen Lamellen arbeiten, da sie einfach die Optik verbessern. Diese Variante bietet sich nicht nur im Kartonbereich an, sondern sie kann auch bei Plastikmodellen Anwendung finden. (z.B. bei der MiG-25 oder MiG-31)

Diese Arbeitsschritte sind zwar etwas Aufwendig, aber in der Umsetzung einfach und schnell zu realisieren. Die Montage, das Probezeichnen und anpassen, das erneute Zeichnen, einscannen, bearbeiten und wieder ausdrucken sind Arbeitsschritte, die viel Geduld, Zeit und Ausdauer erfordern. Nachdem der Rumpf montiert war, begann ich mit den Entwürfen für das Seitenruder und der Stabilisierungsflosse für das Heck. 

Bildtafel - Entwurf Seitenruder und Heckflosse

E-166

Beim Entwurf des Seitenruders ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen der optisch nicht gleich auszumachen ist. Während der Montage und dem Vergleich mit Fotos vom Original entdeckte ich erst den Fehler. Der Fehler besteht darin, dass die Vorderkante des Seitenruders eine doppelte Pfeilung aufweist. Diese besteht gerade im Bereich der vorderen Wurzel wo der Kabinenüberganng abschließt. Hier werde ich eine einfache Korrektur vornehmen und den unteren Punkt an der Vorderkante um 10 mm nach links versetzen, sodass sich die Vorderkante im Winkel verändert. Ansonsten war die Gestaltung des Seitenruders und die der Heckflosse keine all zu große Schwierigkeit. Die neu gezeichneten Bauteile ließen sich relativ gut bearbeiten und ausdrucken. Parallel zu diesen bereits genannten Arbeiten, zeichnete ich die Bauteile für den Kabinenübergang und entwarf diverse Bauteile wie die Rumpferhöhung am Bug vor der Kabinenhaube sowie die seitlichen Stabilisierungskörper am vorderen Rumpfbereich. Bei den letztgenannten Bauteilen mußte ich zwei Anläufe realisieren. Meine erste Anleihe aus dem Modellbausatz der IL-62 war nicht zufriedenstellend. Beim Kabinenübergang habe ich ebenfalls eine Anleihe aus dem Modellbausatz "Sowjetischer Überschallbomber" von Gerhard Krabs genutzt. Die nachfolgenden Bildtafeln zeigen diese Entwürfe. 

Bildtafeln - Entwürfe Kabinenübergang und andere diverse Bauteile

E-166E-166

Damit waren alle notwendigen Arbeiten - im Nachzeichnen von Bauteilen - im wesentlichen abgeschlossen. Die Montage des Rumpfes, des Seitenruders und des Kabinenübergangs konnte als Rohkörper erfolgen. Im Diffusionswellendämpfer brachte ich auch Bastlerknete unter, die als Ballast notwendig ist. Nach der Montage erfolgte die farbliche Bearbeitung. Hier verwendete ich Revell-Farben wie "Hellgrau" und "Aluminium". Für die Entwürfe des Kabinenübergangs orientierte ich mich an den Maßen der Kabinenbauteile mit der Nr. 19 und für die Spanten mit der Nr. 19d. Etwas schwieriger gestaltete sich das Zeichnen des Bauteils für den Abschluß am Seitenruder. Für den Übergang zum Kabinendach ist ebenfalls ein kleines Bauteil mit einer leichten Schräge nach vorn erforderlich. Da ich kein gesondertes Cockpit einbauen wollte, nutzte ich ein Spantenteil als Rückwand und brachte eine leichte Erhöhung für den Instrumentenbereich an. Die farbliche Gestaltung erfolgte mit Revell-Farben "Schwarz" und "Grau". Die Höhenruder habe ich als Bauteile ebenfalls übernommen und entsprechend der Vorlagen verändert. Die Enden dieser Pendelruder habe ich mit neuen aerodynamischen Abschlüssen versehen, die ich aus Holzzahnstocher angefertigt habe. Die Anschlußflächen am Rumpf habe ich so abgeändert, dass sie nur zweidrittel der Länge am Rumpf anliegen und der Rest frei über die Rumpflänge hinaus reicht.

Vor der Montage habe ich die Höhenruder farblich bearbeitet und und danach die Gravuren nachgezeichnet. Gleiches steht auch für die Montage der Tragflächen. Die Tragflächenteile habe ich oberhalb mit je einem zusätzlichen Bauteil versehen, das die mechanischen Gelenke für die Querruderflächen darstellen soll. Unter den Tragflächen habe ich je ein Bauteil als Schiene für Außenlastträger montiert. Hierfür nutzte ich als Vorlage die Bauteile mit der Nr. 30a aus dem Originalbausatz. In den Maßen habe ich sie entsprechend verändert. Vor der Montage der Tragflächen muß am Rumpf die Positionierung dieser neu angezeichnet werden, da die Tragfächen bei der E-166 fast Rumpfmittig angebracht sind. Für die Stützkonstruktion habe ich die Bauteile des Originalbausatzes komplett übernommen. Wie auf den nachstehenden Fotos gut zusehen ist, habe ich anfänglich die Heckflosse in der farblichen Gestaltung mit der Farbe schwarz versehen. Dies entsprach leider nicht der Realität. Für die Fahrwerksschächte des Haupfahrwerks wollte ich anfänglich auch die des Originalbausatzes verwenden. Hier mußte ich eine Veränderung vornehmen, da die Positionierung dieser am Original anders ausfallen, als es bei der E-152 der Fall ist.Die aerodynamischen Körper am Seitenruder habe ich in Halbschalenbauweise gestaltet und mit Sekundenkleber die notwendige Festigkeit hergestellt.

Bilder aus der Bauphase

  • BA-Umbau-E-166-NGZ-5.0001
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-5.0002
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-5.0003
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-5.0004
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-5.0005

(zum vergrößern anklicken)

Die Montage des Fahrwerkes erfolgte relativ unkompliziert. Ich konnte weitestgehend auf alle Originalteile zurückgreifen. Änderungen mußte ich wie schon erwähnt, an der Gestaltung der Grundflächen, der Fahrwerksstrebe für das Bugfahrwerk und den Einzugsstreben für das Hauptfahrwerk vornehmen. Für das Bugfahrwerk mußte ich eine komplett neue Fahrwerksstrebe entwerfen, da das Original aus dem Bausatz - nur als mögliche Bauteile - zur Verfügung standen. 

Für die Montage des Glasteiles mußte ich etwas mehr Aufwand investieren, da mein "Ersatzteillager" nicht allzuviel Alternativen bot. Bei den Glasteilen für den Kartonmodellbausatz einer MiG-29A wurde ich dann fündig. Das Nachzeichnen der Ramenteile ging auch zügig von der Hand, sodass dieser Bastelbereich recht schnell realisiert werden konnte. Mit dieser Montage erfolgte auch der Bau des Staurohres für den Rumpfbug. Es war etwas Geduld bei der Formgebung dieses Bauteiles notwendig. Die farbliche Gestaltung aller hier erwähnten Bauteile erfolgte vor der Montage am Modell. Zum Abschluß habe ich das Modell komplett mit Klarlack - matt - überlackiert. Das Glasteil der Cockpithaube habe ich mit Klarlack - glänzend - behandelt. 

Weitere Bilder vom Bauablauf

  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0001
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0002
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0003
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0004
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0005
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0006
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0007
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0008
  • BA-Umbau-E-166-NGZ-6.0009

(zum vergrößern anklicken)

Ich hoffe, mit dieser Präsentation - eines Kartonmodells vom Prototypen Je-150 / E-166 aus dem OKB MIG - etwas mehr Klarheit in der Kartonmodellbauwelt darüber erreicht zu haben, wenn es in den Diskussionen um die schweren Jäger aus dem OKB Mikojan-Gurewitsch E-152 und E-166 geht.

Je-150/E-166

 

Berlin,  August 2014    Lothar Schlüter

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